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2000 Briefe von 1939 bis 1952

 

Aktuell erstellte CD on demand. Preis 14,90 Euro zuzüglich Versandkosten.

 

ISBN 978-3-941635-04-3

 

  

Feldpostbrief mit Feldpoststempeln, von der Front in die Heimat, 1941

 

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Private Briefe sind wichtige Zeugnisse der Alltagsgeschichte. Das trifft auch für den Zweiten Weltkrieg und die nachfolgenden Jahre zu, trotz der Fülle an Quellenmaterial aller Art und an Zeitzeugenberichten.  In den Briefen sprechen die Menschen ihrer Zeit, die Briefe spiegeln die Ereignisse des Krieges aus der Sicht des persönlichen Erlebens, die Gefühle, Standpunkte und Hoffnungen, und das direkter und unmittelbarer, als es spätere Aufzeichnungen oder Erzählungen könnten, die doch durch die nachfolgende Entwicklung beeinflusst und verfälscht sind. Dabei muß man allerdings auch die „Schere im Kopf“ der Briefschreiber bedenken: man wusste, dass die Post zensiert werden konnte, und war dementsprechend zurückhaltend, wenn es darum ging, sich kritisch zum Regime, zu einzelnen Maßnahmen, zum propagierten Endsieg zu äußern oder von Dingen zu berichten, von denen man annahm, dass man sie nicht berichten dürfte. „Das kann ich hier jetzt nicht schreiben, ich werde es Dir erzählen, wenn wir uns wieder sehen“, derartige Formulierungen finden sich immer wieder in den Briefen.

 

Krieg, Not, Unsicherheit und umfassende Umwälzungen drängen sich in das Leben der Menschen ein, beeinflussen, verändern, prägen es, und werden damit Thema auch der Briefe. In besseren Zeiten, in denen es möglich ist, das private Leben mehr oder weniger ohne Bedrohung durch außen unbehelligt zu leben, nimmt das Private in den Briefen den größten Raum ein. Das gilt trotz aller Repression und Einflussnahme auch für die Zeit der ersten sechs Jahre des Nationalsozialismus vor dem Krieg wie dann ab dem Beginn des „Wirtschaftswunders“ mit dem Ende der Zeit allgemeiner Not. So sind es gerade die etwa zwölf Jahre von 1939 bis etwa 1950, für die die Briefe von besonderem Interesse sind.

 

Das wissenschaftliche wie das private Interesse haben sich seit einiger Zeit verstärkt den Feldpostbriefen der deutschen Soldaten und ihrer Angehörigen zugewandt – Briefe zwischen „Front und Heimat“ – ein schon im Ersten Weltkrieg viel verwendetes Wortpaar zur Beschreibung der Soldaten und ihrer Angehörigen – wie auch (wenn auch wesentlich seltener) Briefe „Front–Front“ zwischen Soldaten, die beide im Felde standen. Inhaltlich nicht weniger interessant sind aber auch die „zivilen“ Briefe („Heimat–Heimat“) und die Briefe der ersten Jahre der Nachkriegszeit, bei denen diejenigen von und an Kriegsgefangene eine Sondergruppe bilden.

 

Mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1939 änderte sich nicht nur die Thematik der Briefe, sondern insgesamt nahm die Zahl der geschriebenen Briefe gewaltig zu. Immer mehr Menschen wurden durch den Zwang der Ereignisse aus ihrem Umfeld gerissen und damit von ihren Angehörigen, ihren Freunden und Bekannten für oft sehr lange Zeit getrennt: erst einmal die Soldaten, die im Felde standen, dann Kinder, die aus den bombengefährdeten Städten im Rahmen der „Kinderlandverschickung“ (KLV) oder privat evakuiert wurden; dann in immer stärkerem Maße alle diejenigen, die vor den Bomben des Luftkriegs flohen, diejenigen, die im Bombenkrieg ihr Heim verloren hatten und irgendwo, oft weit entfernt, Unterschlupf fanden; schließlich die vielen Millionen Flüchtlinge, die vor allem 1945 Hals über Kopf ihre Heimat in Ost- und Westpreußen, in Pommern, in Schlesien Richtung Westen verlassen mussten und denen bald weitere Millionen Vertriebene aus diesen Gebieten, aus dem Sudentenland und aus vielen Teilen Osteuropas folgten; und schließlich diejenigen, die in der Hoffnung auf ein besseres Leben anderenorts in dem gebliebenen Restdeutschland den Ort wechselten, vor allem von der sowjetisch besetzten in die westlichen Zonen. Der Krieg und seine Folgen haben in Deutschland die Menschen in einem fast nie gekannten Ausmaß entwurzelt, durcheinandergewirbelt, und damit auch voneinander getrennt.

 

„Erste Post in Briansk“

 

Die Post war die einzige Möglichkeit, weiter in Verbindung zu bleiben, weiter regelmäßig von sich mitzuteilen und zu erfahren, wie es den anderen ging. Gerade in den Zeiten des Krieges, der Bedrohung und der Unsicherheit steigt das Bedürfnis, die anderen am Leben, bei guter Gesundheit und in Sicherheit zu wissen, gewaltig an, um so wichtiger wurde die Post. Es waren immer wieder quälende Tage (1944/1945 oft eine Woche innerhalb Deutschlands) oder auch Wochen (bei der Feldpost 2 bis 4 Wochen in den Rückzugsgebieten ab Winter 1944) des Wartens, bis endlich die erlösende Nachricht ankam („Fliegerangriff vom 6. heil überstanden, auch im Haus alles in Ordnung“) – aber wenn sie kam, war sie unter Umständen schon nicht mehr aktuell.

 

Dieses ständige Bangen, das dauernde Warten und Hoffen auf Post, das so typisch für die Briefe und die Kommunikation dieser Zeit war, haben wir als Titel für diese CD genommen: „Wir warten so sehr auf Nachricht von Dir“.

 

Die Post, die Feldpost wie die „zivile“, funktionierte während des ganzen Krieges erstaunlich gut. Auch im tiefsten Schnee, an den weitesten und umkämpftesten Vorposten an der Front, unter den schwierigsten Bedingungen sollte die Feldpost laufen, sollten die Soldaten Post von zu Hause bekommen und nach Hause schreiben können. Das geschah natürlich nicht aus Menschenfreundlichkeit: die Führung war sich bewusst, wie wichtig für die Kampfmoral der Soldaten, für die Stimmung und den Durchhaltewillen der Bevölkerung in der Heimat eine solche Verbindung zu den weit entfernten Angehörigen war, und somit wurde alles getan, um sie aufrecht zu erhalten.

 

  

Feldpost-Umschlagstelle (links); Feldpost-Ausgabe (rechts)

 

30 bis 40 Milliarden Feldpostbriefe (nur Deutsches Reich / Wehrmacht) sind nach Schätzungen während des Zweiten Weltkriegs zwischen „Front und Heimat“ geschrieben worden; nur ein minimaler Teil ist in öffentlichen oder privaten Archiven und Sammlungen erfasst, viele wurden und werden immer noch weggeworfen und vernichtet. Das gilt nicht anders auch für die „zivilen“ Briefe der Kriegs- und Nachkriegszeit. Es gilt, die Briefe aufzuspüren und für die Zukunft zu sichern.

 

Brief aus Rumänien mit deutscher Zensur, 1940

 

Feldpostbriefe waren eine interessante Beute für den Kriegsgegner. Erbeutete Feldpost wurde gelesen und ausgewertet, um die Stimmung der Soldaten und ihrer Angehörigen zu analysieren, um ein Bild von der Kampfesmoral der Soldaten, von der Durchhaltebereitschaft der Zivilbevölkerung und von der Wirkung der Luftangriffe zu gewinnen. Ebenso versuchte der Gegner natürlich auch, aus erbeuteten Briefen Informationen zur militärischen Lage, zu Plänen des Gegners und über Truppenstandorte zu erhalten. So war es den Soldaten dann auch verboten, hierzu etwas in den Briefen an die Angehörigen verlauten zu lassen, wozu auch Standortangaben gehörten. So finden wir in den Briefen in Verbindung mit dem Datum oft keine Ortsangaben, sondern etwa O.U., „Ortsunterkunft“.

 

 

Um dem Gegner die Ermittlung der Truppenstandorte zu erschweren, wurden auf den Briefen in den Empfänger- und Absenderangaben die Einheiten nicht offen angegeben, sondern verschlüsselt durch fünfstellige Feldpostnummern, die den bestimmten Einheiten zugeteilt waren. Jede selbstständige Einheit, von der Kompanie oder Batterie aufwärts, und jeder Verband (Bataillon, Abteilung) hatte eine solche Feldpostnummer. Buchstaben kennzeichnen nachgeordnete Einheiten. Bis Februar 1944 waren ca. 64.000 verschiedene Feldpostnummern vergeben. Diese Feldpostnummern änderten sich über lange Zeiträume nicht, unabhängig davon, wo im militärischen Geschehen, bei Vormarsch, Rückzug und Verlegung sich die jeweilige Einheit gerade befand. Bei den ständigen Veränderungen bedurfte es also für den reibungslosen Ablauf der Feldpost stets aktuellster Informationen über den derzeitigen Standort aller Einheiten und einer ausgefeilten Logistik.

 

Nach Kriegsende wurde der zivile Postverkehr in Deutschland eingestellt. Die Wiederaufnahme erfolgte dann in einzelnen Stufen, regional und örtlich zu z. T. sehr unterschiedlichen Zeitpunkten. So wurde am 2. August 1945 der Postverkehr in der gesamten sowjetischen Zone wieder zugelassen, am 24. Oktober 1945 dann der Postverkehr zwischen allen vier Besatzungszonen und am 1. April 1946 auch der Postverkehr zwischen Deutschland und dem Ausland (Ausnahmen: Österreich ab 17.4.1946, Tschechoslowakei ab 4.5.1945, u. a.).

 

Geschlossene und vollständige Korrespondenzen aus der Kriegs- und Nachkriegszeit sind heute selten. Manchmal sind nur noch die Briefe einer Seite, sei es etwa des Soldaten oder seiner Frau, von dem einen Briefpartner aufgehoben worden und damit erhalten. Häufiger sind mehr oder weniger große Fragmente von Briefwechseln, sei es eine bestimmte Periode der Korrespondenz oder vereinzelte Briefe aus einem längeren Zeitraum. Oft findet man, besonders auf Flohmärkten, nur noch einzelne Briefe an, die aber inhaltlich nicht minder interessant sein können, auch wenn man über den Schreiber selbst und sein Umfeld nur noch wenig Informationen entnehmen kann.

 

Die Briefe in unserer Sammlung sind, soweit es sich um einzelne Briefe oder kleinere Briefwechselfragmente handelt, nach Jahren geordnet, wobei jeweils darauf hingewiesen wird, ob sich Briefe von oder an die genannten Personen auch unter früheren oder späteren Jahren finden. Umfangreichere Briefwechsel oder Briefwechselteile sind dann unter den Namen der Briefschreiber oder des Empfängers eingeordnet. Nachnamen sind stets abgekürzt, in dem Fall, wo sich aus dem Zusammenhang dennoch auf die Personen rückschließen ließe, sind Vor- und Nachnamen geändert. Zitiert werden alle Passagen, die in irgendeiner Weise von über das Private hinausgehendem zeitgeschichtlichen Interesse sind; rein private Passagen sind ausgelassen und mit … gekennzeichnet. Briefe von Kriegsgefangenen und an sie sowie eine ausführliche Einführung zum Thema Kriegsgefangenenpost finden Sie auf der CD „Die Zeit vergeht“ Teil 2.

 

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